Ahoj! So grüßt man sich nicht nur im hohen Norden, sondern auch in der Landeshauptstadt der tschechischen Republik, in der ich gerade eine Woche verbracht habe.
Die Hälfte der Zeit war Arbeit angesagt, aber für ausreichend Tagesfreizeit war trotzdem gesorgt – Besuch des botanischen Gartens und eines Wine Tastings auf den wunderschön gelegenen, dazugehörig angeschlossenen Weinbergen inklusive.

Das zum botanischen Garten gehörende Weingut – mit beeindruckendem Ausblick über Prag

Prag ist in den allermeisten Ecken eine Stadt mit sehr hübschen Details. Ob Straßenlaternen, Türbögen oder Ortsschilder: Jugendstil findet sich hier überall. Mal klassisch mit vielen Schnörkeln, mal gradliniger, dem geometrischen Ansatz folgend. Auch Mucha als einer der bekanntesten Söhne der Stadt wird verewigt in haufenweise Mitbringseln – aber seine Motive sind auch einfach zu hübsch. Über eine lange Zeit einer meiner Lieblings-Grafiker! Doch darum soll es heute nicht gehen – der klassische Reisebericht hat bei der enormen Vielzahl an Blogs und Youtube-Channels ausgedient, finde ich. Daher geht’s heute, ganz nach dem Vorbild von Julia, auf Beautyjagd!

Holistischer Naturkosmetik-Ansatz und nostalgisches Ambiente bei Botanica

Wie immer, wenn ich im Urlaub bin, habe ich auch nach Naturkosmetik Ausschau gehalten. Bereits bei meinem letzten Prag-Abstecher vor einigen Jahren habe ich die Marke „Botanicus“ entdeckt, die vor allem in Ost-Europa verbreitet ist und mit nostalgisch gestaltetem Apothekercharme natürlich insbesondere Touristen verzückt. Botanicus steht für eine Welt der Pflanzen und Düfte, ein Geschäft für Naturliebhaber und Freunde ökologischer Erzeugnisse. Die Mehrheit der Produkte ist von Hand nach traditionellen und ursprünglichen Rezepten produziert. Botanics pflanzt die Kräuter, Blüten und Gemüsesorten selbst an, auf deren Basis Öle und Extrakte hergestellt werden. Die ganze Firma ist aufgeteilt in drei Bereiche: HORTUS – die Gärten, in denen der Bio-Anbau stattfindet; APOTHICUS – die Produktion, und BOTANICUS, wie die Shops heißen. Die ganze Produktionskette befindet sich somit in einer Hand. Neben Kosmetika aller Art finden sich auch Gewürze, Sirups, Tee, Kerzen und weitere kulinarische Kleinigkeiten im Sortiment. Die Gärten können auch besichtigt werden und sind sicher einen Besuch wert 🙂
Zu Botanicus Prag habe ich es diesmal leider nicht geschafft, was aber auch gar nicht notwendig war, da ich der Marke bereits im vergangenen Dezember einen Besuch in Salzburg abgestattet habe. Die Filiale dort ist viel, viel kleiner und strahlt eine weniger alchemistische Atmosphäre aus als ihre große Schwester in Prag. Trotzdem habe ich mich durch einige Tiegelchen und Tübchen geschnuppert. Bis auf die Seifen ist übrigens alles dort plastikfrei verpackt!

rechts das Schaufenster der Filiale in Salzburg

Damals habe ich mir die „Exclusive Augencreme“ gegönnt, mit knapp 30 Euro ein luxeriöses Produkt für mich 🙂 Sie basiert auf Babassu, Pflaumen-, Weizenkeim- und Sanddornöl sowie Ringelblumenextrakt und Rose absolue. Wie ihr auf dem Bild schon erahnen könnt, ist die Textur reichhaltig und sehr pflegend und verflüssigt sich bei Hautkontakt schnell. Daher benötigt man nur eine winzig kleine Menge des sehr ergiebigen Produktes. Von der Pflegewirkung gefällt mir die Creme sehr gut, aber leider kriecht sie etwas. Da ich Kontaktlinsen trage, muss ich hier immer ein bisschen aufpassen und kann die Creme auch nur abends auftragen, für tagsüber wäre sie nichts.

Ich mag jedenfalls den holistischen Ansatz von Botanicus und falls ihr mal an einer Filiale vorbeikommt, schaut doch mal rein – allein schon das Ambiente ist schön anzuschauen. Den hübschen botanischen Print im Hintergrund habe ich übrigens auch dort gekauft.

Die tschechische Antwort auf Sostrene Grene: Manufaktura

manufaktura-pragAußerdem haben wir Manufaktura einen Besuch abgestattet. Die tschechische Kette hat zahlreiche Niederlassungen in der Hauptstadt und im ganzen Land und bietet neben verschiedenen Pflege-Linien auch einige lokale Produkte an wie Keramik, wunderhübsche, aber leider teure Glasperlen aus Böhmen, Holzarbeiten und -spielzeug sowie Schmuck aus oxidiertem Messing.

Eine Kette der Kunsthandwerkerin Zina Richterova, die wir nicht nur bei Manufaktura, sondern auch auf einem Markt am nächsten Tag antrafen

Beeindruckt hat mich auch die Website der Firma: die Produkte sind zwar zum Großteil keine Naturkosmetik, aber was die PR angeht, hat man alles richtig gemacht. In den Produkten finden sich mitunter Silikone und die Seifen basieren auf Palmöl, dennoch wird recht „grün“ verkauft. Vergleichbar mit dem Image von Yves Rocher, ist die Marke preislich eher im Bereich von L’Occitane angesiedelt.
Jedenfalls wird auf der Firmenwebsite umfassend aufgeklärt. Unter dem Punkt „Nachhaltigkeit“ findet sich der Hinweis auf die Produktion in Tschechien sowie den Einsatz traditioneller tschechischer Rezepte. Ich vermute, es bezieht sich auf die Pflegelinie rund um Bier, das stärkend fürs Haar sein soll.
Interessant fand ich außerdem den Punkt „We don’t sell air to you“. Der bezieht sich darauf, dass Produktverpackungen oft größer sind als der eigentliche Inhalt. Der Verbraucher geht so unterbewusst von einer größeren Füllmenge aus und tatsächlich ist diese Technik gang und gäbe. Auch bei Naturkosmetik-Brands findet sich oft ein gewölbter Boden ohne ersichtlichen Grund an der Produkt- oder Flaschenunterseite. Offensichtlich war hier ein sehr findiger Marketing-Mensch am Werk 😉 Ansonsten gibt’s Papiertüten statt Plastik, keine Tierversuche und die Deklaration „vegan friendly“.

Mitgenommen habe ich hier trotzdem etwas:

Das Eau de Toilette „Lìpa“ hat den Duft der Linde wunderbar grün-blumig eingefangen und mit Apfel, Vanille und Mandarine kombiniert. Offiziell besteht es aus „tones of linden flowers, peonies, apples and vanilla“, ist aber natürlich ein ganz gewöhnliches, nicht naturnahes Parfum mit konventionellen Inhaltsstoffen.
Außerdem eingepackt wurde eine feuchtigkeitsspendende Gesichtsmaske mit Gänseblümchen-Extrakt und Hyaloron, deren Inhaltsstoffe auf den ersten Blick ganz gut aussehen. Getestet habe ich sie noch nicht – ich werde berichten!

Souvenir with a story: Naturkosmetik und Kunsthandwerk

Innerhalb der vielen blinkenden und leuchtenden Lädchen mit haufenweise importierten Touri-Neppes habe ich auch eine schöne Alternative entdeckt: local artists – souvenir with a story nennt sich die Kette, die mit zwei Geschäften in der Umgebung des Wenzelsplatz zu finden ist.
Das Konzept gefällt mir gut: zu jedem dort verkauften Produkt gibt’s ein kleines Kärtchen mit Hintergrundinfos über den Künstler oder Kunsthandwerker, der es fabriziert hat. So kann man nachrecherchieren und sich vergewissern, kleine Unikate mit nach Hause zu nehmen statt Massenware. Ein sehr schöner Ansatz! Besonders der Schmuck aus Messing hat es mir hier wieder angetan: als großer Fan des Jugendstils konnte ich nicht widerstehen 😊

Außerdem mitgenommen habe ich zwei Naturkosmetik-Produkte: eine Seife und eine Gesichtscreme. Beides ist zwar nicht zertifziert, aber die INCI-Liste liest sich sehr übersichtlich und natürlich.

Die Seife mit Chlorella und Spirulina enthält eine Extraportion Mineralien sowie Zitronenmelisse zur Hautberuhigung. Nach der riecht sie auch und sieht mit der hübschen Schlieren-Optik durch die enthaltenen Extrakte auch sehr nett aus.
Die Creme für Problem-Haut hat ebenfalls eine sehr übersichtliche INCI-Liste, weswegen ich den Namen ignoriert und sie trotzdem eingepackt habe: Sesam- und Kürbisöl finden sich nicht sehr häufig in den Produkten in meinem Schrank und sind auch eher für Akne-Geplagte von Vorteil, dennoch schaden sie auch bei fettiger Mischhaut nicht. Aprikosenkernöl mag ich sehr gerne, Jojoba und Aloe Vera geht immer. Die ätherischen Öle der Gewürznelke, des Lavendels und des Teebaums wirken allesamt leicht antiseptisch und entzündungshemmend. Auf die Creme bin ich schon äußerst gespannt!
Die Produkte sind meiner Meinung nach reine Naturkosmetik, gefertigt von einer Ärztin – soweit ich das entziffern kann 🙂 Wer selbst mal gucken möchte: Caltha heißt die Marke, einen Onlineshop gibts auch, wenn auch leider nur auf tschechisch. Auch hier werde ich noch genauer berichten, wenn ich die Produkte ausreichend getestet habe 🙂

***

Wart ihr schon mal in Prag? Hat euch die Stadt gefallen? Und: wie gefällt euch diese Art von Reisebericht? Ich kann mir gut vorstellen, eine Reihe daraus zu machen – Input hätte ich schon für Kreta, Marokko und Thailand.

 

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