Vergangenen Samstag war ich auf meinem ersten Blogger-Event: Beautypress lud Marken, Blogger und Influencer nach Frankfurt ein. Bisher fand das Event, das Naturkosmetik in den Fokus stellt, immer etwas weiter weg von mir statt. Nach Köln war’s mir zu weit, zumal ich zu einer solchen Veranstaltung nicht fliegen würde (Klimabilanz lässt grüßen). Frankfurt war mit dem ICE gut zu erreichen.
Der Veranstalter Beautypress ist das größte PR-Portal, das es in Deutschland im Kosmetik-Bereich gibt. Als akquiriertes Mitglied erhält man Zugriff auf haufenweise Infos, Pressetexte und Fotos und bleibt so immer up to date. Da ist es naheliegend, auch ein Event zu veranstalten 😉 Stattgefunden hat es in einer sehr hübschen, zentral gelegenen Location mit tollem Außenbereich, und vertreten waren die folgenden Marken, deren Neuheiten ich euch einmal im Schnelldurchlauf zeige:

Luvos – Heilerde für innen und außen

Der Luvos-Stand ganz in gelb | Nadine von organic beauty babe, ich & Angelika von Angel of Nature

Bei Luvos habe ich nur ganz kurz vorbeigeschaut, da der Stand sehr stark frequentiert war. Das ganze Sortiment basiert auf Heilerde, die gegen Sodbrennen, säurebedingte Magenbeschwerden, Reizdarm und Reizmagen helfen kann. Zudem bindet sie Cholesterin, hilft bei Akne und unreiner Haut. Bereits in der Antike war die besondere medizinische Wirkung der „heilenden Erde“ bekannt. Ich habe sie bisher ausschließlich äußerlich angewandt und bin bei Erden auch immer vorsichtig, da ich zum Teil allergisch reagiere. Die heilende Wirkung auf den Körper werde ich aber künftig gerne mal testen, denn der Griff zur Tablette ist bei mir immer der Letzte und natürliche Alternativen sehr erwünscht 🙂

 

Charlotte Meentzen – Silk & Pure trifft Natur Pur

Natur Pur & Aloe Vera | Silk & Pure

Am Stand von Charlotte Meentzen wurde uns die neue Silk & Pure-Serie mit Anti-Pullution-Ansatz vorgestellt, die vier rosafarbene Produkte umfasst. Schöne Texturen, leichter Pfirsich-Geruch und Spielkind-Faktor bei der Pink-to-Black-Maske – klar, dass da ein Haken war. Die Serie ist leider nur naturnah. Natrue-zertifiziert ist allerdings die Aloe-Serie, die neben einem köstlich duftenden Trockenöl mit After-Sun-Produkten punktet.

 

Rosenbeduftet: Lippenstifte & leichte Foundations von Zuii

Auf Zuii habe ich mich besonders gefreut: ich liebe die dekorative Marke vor allem aufgrund ihres tollen Puders, dessen Boden Blütenblätter bedecken (Julia von Beautyjagd zeigt ihn hier). Die Lippenstifte, deren Farben in allen Schattierungen der Rosenblüte gehalten sind, kannte ich hingegen noch nicht, ebenso auch nicht die neue Foundation. Sie bietet einen wunderbar hellen Ton für alle Blassnasen an und hat ein ganz leichtes Finish.

 

Speick: engagierte Überlegungen für nachhaltige Lösungen

Bei Speick waren wir mit Abstand am Längsten, ich würde die Marke für mich persönlich als das Highlight des Events nennen. Bisher hatte ich Speick gar nicht so sehr auf dem Schirm. Absolut zu Unrecht! Die sympathische Dame am Stand hat sich wirklich kompetent und ausführlich all‘ unseren kritischen Fragen gestellt. Ob es um den neuen Sonnenschutz ging, der bei Ökotest durchgefallen ist, um den Einsatz von Palmöl oder um Verpackungslösungen: es wird engagiert geforscht und nachhaltig daran gearbeitet, die Produktion immer weiter zu verbessern. Das hat mir sehr gut gefallen und ich werde im Nachgang nochmal ganz ausführlich darüber schreiben.

 

alviana: die Tochterfirma von alnatura

Hättet ihr’s gewusst? Alviana gehört zu Alnatura und steht zusätzlich dazu noch bei einigen Lebensmittel-Einzelhändlern in den Regalen. Sie beschreiben sich selbst als Einsteiger-Marke in die Naturkosmetik und bieten solide Produkte zum kleinen Preis. Neu ist das erste naturkosmetische Mizellenshampoo auf dem Markt – von kritischen Bloggerinnen wurde mir jedoch empfohlen, erst einmal die Sinnhaftigkeit von Mizellen zu recherchieren.

 

Santaverde – Aloe Vera direkt aus Andalusien

Santaverde fertigt seine Produkte auf der Basis von Aloe-Vera-Saft aus eigenem Anbau. Gründerin und Inhaberin Sabine Beer arbeitet auf einer Finca in Andalusien, umgeben von ihren Aloe-Feldern. Als Goodie haben wir das schmale Büchlein „Der Duft der Orangen – oder wie ich lernte, selbst Kosmetik herzustellen“ mitbekommen, dass die Firmengeschichte mit vielen Bildern erzählt – richtig schön! Wer den Landstrich in Spanien selbst schon einmal besucht hat, kennt den Zauber, der einen nicht mehr loslässt… hach, wie gerne würde ich da mal einige Wochen verbringen.
Neu im umfangreichen Gesichts- und Körperpflege-Sortiment sind ein milder, ölfreier Cleanser sowie ein Anti-Spot-Gel. Beides gehören zur Pure-Serie, deren Toner mich bereits in der Vergangenheit sehr überzeugen konnte. Hab ich schonmal erwähnt, dass Toner meine neue liebste Produktkategorie sind?

 

Alverde: Deocreme und Dekoratives

Bei Alverde gab es einiges Neues zu entdecken – so wird es beispielsweise bald eine Deocreme geben. Sie befindet sich im Plastiktiegel, duftet sehr angenehm und wirkt von der Konsistenz gar nicht wie klassische Deocremes, sonder eher wie eine normale Creme. Allerdings verstehe ich hier den Sinn nicht so ganz – Deocreme nutzt man doch in erster Linie wegen ihrer plastikfreien Verpackung – oder? Ich bin gespannt auf die Inhaltsstoffe! Ende Juli gibt es das Produkt im Handel. Ebenfalls im Juli wird es auch eine neue dekorative LE in Kooperation mit Vanessa Mai geben, und ich muss sagen, auf den ersten Swatch wirken die Produkte ziemlich nett! Interessiert euch eine ausführliche Review?

 

Mlle Agathe -Naturkosmetik mit Schneckenschleim

Auch über das Wiedersehen mit Mlle Agathe hab ich mich gefreut – deren Neuheiten haben wir euch bereits vorgestellt.

 

Master Lin: TCM-basierter Kosmetik-Ansatz

Master Lin bietet sehr hochwertige Produkte an, die auf der asiatischen TCM-Methodik basieren. Was das genau bedeutet, hat Miri hier schon kurz geschildert. Begeistern konnten uns bisher die 2-Phasen-Bodylotion, die blitzschnell einzieht, genauso wie der Gold-Balsam, den ich bei Kopfschmerzen und Migräne sehr gerne nutze. Das Gold in den Produkten stammt komplett aus einer Scheideanstalt, die Altbestände recycelt, man möchte hier bewusst auf Raubbau und illegale Quellen verzichten.

Vivaness

Sehr interessant war es auch, eine der Veranstaltungs-Organisatorinnen sowie die PR-Beauftragte hinter der Vivaness kennen zu lernen. 2020 wird das Event erstmalig die Halle wechseln – die Kapazitäten der kleinen Halle 7A wurden gesprengt. Der Naturkosmetik-Markt wächst seit Jahren sehr beständig und ebenso die Messe – ich freue mich jetzt schon auf das kommende Jahr!

 

Naturkosmetik-Event ohne Naturkosmetik-Blogger?

Vergleichen kann ich das Event nur mit der Fachmesse Vivaness, die ich bereits zweimal besuchte. Die Vivaness informiert und inspiriert in erster Linie. Sie dient dazu, die komplette Branche zu vernetzen. Journalisten und Blogger sind dort nur die „Randerscheinung“, den Großteil macht das Fachpublikum aus. Im Gegensatz dazu war das Blogger-Event schon sehr stark konsumgetrieben. Auch hier bekam man auf Nachfrage zum Teil sehr versierte Hintergrundinfos, aber der ganze Grundtenor entsprach schon sehr dem, was man von einem Bloggerevent so erwartet: eher oberflächlich. Alles war hübsch instagramable, die Goodiebags waren zum Teil riesig und schon vorbereitet, statt im Gespräch auf die eigenen Bedürfnisse angepasst zu werden. Das führt dann wieder dazu, dass jeder haufenweise Kram heimkarrt, den er nicht braucht. „Heimkarrt“ ist in diesem Zusammenhang übrigens nicht übertrieben, es wurde im Vorfeld auch Nachfrage geraten, einen (leeren) Trolley mitzunehmen. Das habe ich erst vor Ort so erfahren.
Zu Beginn wunderte ich mich noch über Blogger-Kolleginnen, die die Goodiebags ablehnten und gezielter nach Produkten fragen. Im Nachhinein verstehe ich absolut, wieso, und kann nur sagen: Hut ab vor soviel Konsequenz.
Den Großteil der Veranstaltung machten nicht die „alteingesessenen“ Naturkosmetik-Bloggerinnen aus, sondern in erster Linie Influencerinnen, die von Inhaltsstoffen, gelinde gesagt, wenig Ahnung haben, aber auf den trendenden Tag „Naturkosmetik“ hin und wieder aufspringen und mit Lächeln eine grün(-gewaschen)e Produktpalette in die Kamera halten. Das klingt verbiesteter, als ich es meine 😀 Vielleicht sehe auch ich das falsch, weil ich eben gerne Hintergründe zu Produkten bei Reviews mitgeliefert bekommen will und nicht nur „Schaut mal hier, new in“. Vielleicht tue ich dem ganzen auch unrecht, und der wertvolle Content wird hier per Story produziert – no offense, nur mein erster Eindruck.

Naturkosmetik-Blogs: wie sinnvoll sind sie in punkto Nachhaltigkeit?

Das führt auch direkt zum nächsten Diskussionspunkt, zu dem ich mich unter anderen mit Nadine von Organic Beauty Babe und Karin von Green Conscience unterhalten habe: wie viel Sinn können Naturkosmetik-Blogs haben, wenn man beginnt, auch auf die Nachhaltigkeit zu achten (was oft zwangsläufig passiert)? Denn man kann nicht fortlaufend spannende Inhalte liefern, wenn man nur eine Creme in einem Zeitraum von mindestens einem Monat testet, um deren Wirkung auf die Haut wirklich beurteilen zu können. Und wenn sie total überzeugt, möchte man sie als Nutzer auch gerne weiter verwenden und aufbrauchen, statt gleich das nächste anzubrechen. Das wiederum fordert aber der Blogger in einem, denn wo soll sonst der Content herkommen. Ähnlich bei dekorativen Produkten: wenn man häufig Neues testen und vorstellen möchte, kommt man nicht dazu, anderes aufzubrauchen.
Nadine hat deswegen in den letzten Monaten eine längere Blogpause eingelegt und nichts Neues mehr gekauft. Sie hat gemerkt, dass sie oft in erster Linie „für den Blog“ kauft statt für sich. Auch Karin bloggt weniger als früher und schreibt auch mal über Pröbchen statt gleich das Fullsize zu kaufen – aber immer mit viel Rechercheaufwand, Herzblut und Verstand.
All das führt aber dazu, dass man „das Instagram-Game“ schwieriger bedienen kann, weil eben nicht so schnell Neues nachkommt. Kein Wunder also, dass viele Lifestyle-Blogger (ohne Blog :D) auch zu solchen Events eingeladen werden. Das soll kein Angriff und keine Abwertung sein, nur eine Beobachtung von einem alten Hasen, der seit gefühlt tausend Jahren bloggt, aber dennoch zum ersten Mal auf einem Bloggerevent war 😀

***

Abschließend kann ich nur sagen: es war ein sehr gut organisiertes Event in einer tollen Location mit spannenden Marken, interessanten Gesprächen und schönen Begegnungen. Ich habe den Tag wirklich genossen, auch wenn er die Fragen, die ich mir schon länger stelle, noch einmal aufgewühlt hat. All die Kritik oben bezieht sich in keinem Fall auf die Organisatoren, die ihre Sache wirklich famos gemacht haben, sondern entspringt rein meinen Überlegungen, wie’s bei uns blogtechnisch weiter gehen soll. Was meint ihr?

2 Comments

  1. Nadine 30. Juni 2019 at 22:06

    Hallo meine Liebe,
    ganz toll geschrieben.
    Du hast die Eindrücke toll wiedergegeben!
    Ich habe mich sehr gefreut dich dort zu treffen und hoffe auf viele weitere Treffen. 💕
    Das Thema Nachhaltigkeit generell und bei solchen Event ist sehr spannend. Darüber werde ich auch bald ausführlicher Berichten und meine persönlichen Eindrücke zu Papier bringen. Ich finde es wunderbar, dass du auch kritisch an Themen rangehst und dich nicht scheust, deine Meinung zu sagen.
    Bleib ja so!
    Liebe Grüße,
    Nadine

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  2. Viktoria 2. Juli 2019 at 14:57

    Wirklich treffend beobachtet!
    Ähnlich fühlte es sich für mich im vergangenen Jahr bei dem Event an, wobei es da noch einen Tick mehr von NK Bloggerinnen besucht war. Aber die Entwicklung zeichnete sich schon ab.
    Ich glaube, dass dennoch das eine oder andere Gute dabei rauskommt und sich möglicherweise mehr Kundinnen und Kunden Richtung NK bewegen durch ein Event dieser Art und den entsprechenden Leuten da.

    Es ist übrigens auch einer der Gründe, weshalb mein Blog stillgelegt ist, nicht nur die DSGVO kam mir da in die Quere, haha.
    Die Masse will ich gar nicht unterstützen und aufrecht erhalten. Meine Plattform ist daher erstmal Instagram, wo ich ausgewählt und wohldosiert Dinge vorstelle und beurteile, die ich ausführlich nutze.

    Kleine Berichtigung zu Familie Beer von Santaverde, wenn ich darf: sie leben in Hamburg, sind nur ab und zu Mal geschäftlich oder für Urlaubstage auf der Finca in Estepona 🙂
    Nach meinem Besuch dort bin ich größter Fan der Marke und den Menschen dahinter!

    LG, Viktoria

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