Nachhaltig einkaufen im Discounter

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Hat sich euer Einkaufsverhalten in den letzten Jahren geändert?
Nicht jede*r hat die Kapazitäten oder finanziellen Mittel, im Biomarkt einzukaufen. Der häufigste Weg zum Lebensmitteleinkauf führt zum Discounter. Deswegen habe ich mal ein bisschen genauer hingeschaut, wie es um den Bereich Nachhaltigkeit dort bestellt ist.

Wie kauft man „nachhaltig“ ein?

Es gibt verschiedene Ansätze, den eigenen Einkauf ein wenig umweltfreundlicher zu gestalten. Wie in vielen Bereichen der Nachhaltigkeit gibt es hier oft kein schwarz oder weiß, sondern viele Graustufen und individuelle Lösungen, sodass für jede*n etwas passendes dabei ist.

Saisonal, Regional, Bio oder unverpackt?

Tja, am liebsten würden wir sagen: einmal alles! Leider ist das nur in wenigen Fällen möglich. Bei Bio-Obst und Gemüse beispielsweise muss man oft eine Verpackung mitkaufen. Warum? Weil Bio-Ware ungespritzt ohne Pestizide auskommt, dafür aber natürlich anfälliger für Schädlinge ist und im Supermarkt nicht mit diesen in Berührung kommen sollte. Außerdem dient die Verpackung wohl auch ganz schlicht und einfach der Unterscheidung von bio-zertifizierter und konventioneller Ware.
Bio zu kaufen, ist ein ersten und wichtiger Schritt, wenn es darum geht, die eigene Co2-Bilanz kritisch zu betrachten, denn letzten Endes geht es um den Erhalt und die Pflege der Böden, die uns und kommende Generationen ernähren sollen. Dass das auch zu absolut leistbaren Preisen geht, zeigt der Einkauf beim Discounter. Die Bio-Zertifizierung ist EU-weit geregelt und daher ist es an dieser Stelle auch gleich, ob man im Biomarkt oder im Supermarkt zum Produkt greift. Die unterschiedlichen Preise kommen durch unterschiedliche Einkaufsmengen und -margen zustande.

Fairtrade, aber nicht regional, oder unzertifiziert und verpackt, aber aus Deutschland?

Wie „Bio“ ist Bio vom Discounter?

Der Umsatz mit Bio-Lebensmittel erreichte im Jahr 2020 eine neue Rekordsumme. Innerhalb der letzten 10 Jahren verdoppelte sich der Umsatz auf stolze 15 Milliarden jährlich!
Seit 2009 konnte die Bio-Branche ihre Umsätze jährlich um zwischen vier bis hin zu elf Prozent steigern. An diesem Erfolg haben nicht zuletzt Discounter einen großen Anteil. Landwirtschaft, Ernährungsindustrie und der Lebensmittelhandel reagieren auf die wachsende Nachfrage. Die Anzahl der angemeldeten landwirtschaftlichen Bio-Betriebe in Deutschland ist auf über 30.000 Höfe gestiegen, außerdem wird auf rund 1,6 Millionen Hektar ökologischer Landbau betrieben.

Aldi sieht sich in Deutschland als Marktführer beim Thema Bio. Bei Aldi Süd waren Bio-Lebensmitteln nach Unternehmensangaben im Jahr 2020 für 7,7 Prozent des Umsatzes mit Lebensmittel-Eigenmarken verantwortlich – Tendenz steigend! Aldi wirbt damit, dass man dort den ganzen Wocheneinkauf in Bio-Qualität erledigen könne und aus bis zu 450 Bio-Produkten wählen kann. Vorbereitend auf diesen Post habe ich mir gedacht „Challenge accepted“ und hab beim Einkaufen noch einmal genauer hingeschaut als sonst immer. Im Normalfall schwanke ich persönlich – auch aus Unwissen, da bin ich ehrlich! – zwischen unverpackt, bio und regional.

Regional & Saisonal

Regional und saisonal einzukaufen, ist auch kein Geheimtipp mehr. Ein Saisonkalender hilft bei der Einordnung der Lebensmittel, die auf dem Teller landen dürfen. Gerade im August und September ist die deutsche Auswahl besonders groß: Kürbis und Kohlrabi sowie Beeren und Äpfel wachsen en massè! Orientierung bietet hierzu ein Saisonkalender oder, wie ich auch neu entdeckt habe, auch die Rezepte-Sektion meines Lieblings-Discounters online.

Kleine Gewohnheiten mit großer Co2-Ersparnis

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich liebe Kaffee. Am liebsten so richtig schön mit Milchschaum, und am besten zweimal täglich. Da ich aber schon länger versuche, den Konsum tierischer Produkte einzuschränken, habe ich mich lange durch diverse Milchalternativen getestet.
Wichtigster Punkt: sie muss schmecken! Zweitwichtigster Punkt: das Aufschäum-Verhalten sollte dem von Milch ähneln. Und der dritte: möglichst klimafreundlich soll sie sein. Über Soja- und Mandeldrinks bin ich schließlich bei der Hafermilch gelandet, die mich nicht nur geschmacklich überzeugt, sondern praktischerweise auch der regionalste Pflanzendrink ist. Verglichen mit traditioneller Kuhmilch verursacht Hafermilch 76% weniger CO2-Emissionen! Das liegt in erster Linie am klimaschonenden Anbau. Und das Allerbeste: ich muss dazu nicht in den Bioladen oder die Drogerie, sondern bekomme sie inzwischen auch praktisch im Discounter – biozertifiert und natürlich vegan. Mit Müsli würde ich sie zwar nicht unbedingt essen, aber das ist individuelle Geschmackssache. Zum Backen, Kochen und für den Kaffee bin ich ein großer Fan der klimafreundlichen Alternative!

Ähnlich verhält es sich beispielsweise mit Butter vs. Margarine. Neben persönlichen Vorlieben wie Geschmack oder auch gesundheitlichen Faktoren ist die Klimabilanz spannend: bei der Produktion von einem Kilo Butter wird ca. 17 mal soviel CO2 erzeugt wie bei der gleichen Menge Margarine.

Fairtrade: Kaffee und Schokolade aus dem Supermarkt


Und apropos Kaffee: kann man im Supermarkt guten Gewissens zu Genussmitteln greifen, die bekanntermaßen nicht gerade für faire Arbeitsbedingungen und nachhaltigen Anbau stehen? Ich achte beim Kauf von Kaffee & Kakaoprodukten gerne auf Siegel wie beispielsweise das Fair Trade Siegel, das für fairen Handel und die Stärkung von Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeitern auf Plantagen steht. Weiterhin ist hier der Erhalt eines stabilen Fairtrade-Mindestpreis enthalten und Fairtrade engagiert sich zudem für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen, das Verbot von Kinderarbeit, Geschlechtergerechtigkeit sowie den Klima- und Umweltschutz.

Und bei Aldi? Da gibts tatsächlich fair gehandelte Schokolade für 1,99 Euro! Also, wenn die auch noch genauso gut schmeckt wie deine Lieblingssorte, gibt’s keinen Grund mehr, da nicht zuzugreifen! Der „Choco Changer“, den es in drei Sorten gibt, ist ein absolutes Vorreiterprodukt. Zusätzlich zum Fairtrade-Siegel engagiert sich Aldi hier mit „Tony’s Open Chain“, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Missstände in der Kakaoindustrie zu beenden.

Je mehr Konsumierende zugreifen, desto wahrscheinlicher ist es, das die Zusammenarbeit im Rahmen solcher und ähnlicher Initiativen hinter immer mehr Produkten stehen.

Zerowaste im Supermarkt

Auch im Bereich Verpackung haben Discounter auf Verbraucher*inneninteressen reagiert. Ich war richtig überrascht, wie vorbildlich auf den Verpackungen vieler Produkte meines Wochenendkaufs aufgeschlüsselt war, wie und wo man sie entsorgen soll:

Oft scheitert die sachgemäße Entsorgung ja daran, dass wir gar nicht wissen, wo etwas hinsoll. Entsprechende Hinweise finde ich super! Und überhaupt: im Bereich der Transparenz wird hier toll gearbeitet. Beim klimaneutralen, vegan zertifizieren Shampoo sind sämtliche lateinische Inhaltsstoffe deutsch erklärt. Und wer im Bereich der Körperpflege gerne komplett auf die Plastik-Verpackung und zugesetztes Wasser verzichtet, der findet im Eigenmarken-Sortiment inzwischen auch Zero-Waste-Produkte wie beispielsweise festes Shampoo. Vegan und naturkosmetik-zertifiziert!

Auch Alternativen zu den sogenannten „Hemdchenbeuteln“, in denen man kostenlos loses Gemüse und Obst verpacken kann, finden sich im regulären Sortiment. Neben Obst- und Gemüsesäckchen sind Brotbeutel aus Baumwolle und Strohhalme aus Glas erhältlich. Bei der nachhaltigen Aktionsware habe ich zudem auch zugeschlagen und einen tollen, großen Bienenwachsbeutel als Alternative zu Frischhalte- oder Alufolie erstanden. Einmal-Folien gibt’s bei uns zu Hause sowieso nicht mehr. Die gute alte Tupperbox oder Mehrfach-Silikonbackmatten, ebenfalls aus dem Aldi-Aktionssortiment, schaffen hier Abhilfe.

Alles in allem bin ich tatsächlich positiv überrascht, wie viel hier schon richtig toll läuft und wie nachhaltig man auch im Discounter einkaufen kann, wenn man ein bisschen drauf achtet. Ich weiß, dass ich im Rahmen dieser bezahlten Kooperation nur an der Oberfläche dieses unheimlich großen Themas gekratzt habe. Man kann sich hier im Klein-Klein verlieren und es gibt verschiedenste Punkte zu beachten: natürlich ist Bio teurer als konventionelle Lebensmittel. Aber dennoch scheint mir inzwischen ein nachhaltiger Lebensstil leistbarer als früher – vielleicht ist das aber auch nur meine klassistische Sicht. Trotzdem denke ich, dass die Reise hier in die richtige Richtung geht – von den Konsumierende*n genauso wie von den Lebensmittelketten. Was meint ihr?

 

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Quellen:
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4109/umfrage/bio-lebensmittel-umsatz-zeitreihe/
https://www.businessinsider.de/wirtschaft/aldi-lidl-profiteren-von-bio-boom/
https://www.stern.de/wirtschaft/news/bio-lebensmittel–wie-aldi–lidl-und-co–die-branche-auf-den-kopf-stellen-9007244.html
https://utopia.de/ratgeber/butter-oder-margarine-was-ist-nachhaltig-und-gesund/
https://www.fairtrade-deutschland.de/

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