| Werbung | Enthält PR-Sample |

Wir müssen mehr über Periode sprechen. Nicht nur, um schambefreit Erfahrungen austauschen zu können, sondern auch, weil es ein hochbrisantes, politisches Thema ist. Enttabuisierung in diesem Breich ist unheimlich wichtig! Das zeigte nicht zuletzt bis vor kurzem die Tatsache, dass Menstruationsprodukte mit der Steuer für Luxuswaren bepreist wurden. Eine Unverschämtheit, denn ich denke, keine*r von uns hat es sich ausgesucht, zu menstruieren und entsprechende Produkte kaufen zu müssen.
Doch hier konnten die Menstruierende*n einen großen Erfolg verzeichnen: 2020 wurde die Regelung gekippt und Tampons, Binden & Co mit nur noch 7% MwSt ausgezeichnet! Periode ist ein Politikum geworden. Periode ist etwas, das nach wie vor oft rückwartsgewandt und sexistisch betrachtet wird. Es liegt – auch – an uns Menstruierende*n, dieses Tabu zu brechen.

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Ich möchte das heute zum Anlass nehmen, um meine Erfahrung mit Alternativen zu den klassischen Hygiene-Produkten zu teilen. Wusstet ihr, dass ein*e Menstruierend*e im Laufe des Lebens 10.000 – 17.000 Monatshygieneprodukte verbraucht?! Eine gewaltige Zahl an Zell- und Kunststoff, die so in den Müll wandert. In Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen so jährlich ca. 75.000 – 125.000 Tonnen Müll zusammen – das entspricht mehr als 600.000 gefüllten Badewannen. Das ist ein Problem, dem sich auch die Zero-Waste-Bewegung angenommen hat. Sie schafft neue Alternativen und macht auch alt hergebrachte wieder salonfähig.
Wer hier schon länger mitliest, weiß um meine Begeisterung für verpackungsarme Produkte und die Reduktion von Plastik genauso wie auch um mein Credo: es muss funktionieren. Was für mich funktioniert, und wo ich immer noch zu herkömmlichen Produkten greife, zeige ich euch heute.

Müllfrei menstruieren: der Periodenslip

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Gamechanger im Periodenstruggle: Menstruationsunterwäsche, hier von Pourprées

Ich muss ehrlich zugeben: ich habe gezögert. Vom ersten Entdecken eines Periodenslips bis zum Bestelllen hat es ein ganzes Weilchen gedauert. Der Grund dafür ist, dass ich Binden und das für mich damit verbundene „gewickelter Windel-Popo“-Gefühl einfach überhaupt nicht mochte. Meine Befürchtung war, dass sich ein entsprechender Slip ähnlich anfühlen könnte. Die Exemplare auf dem Markt kosten rund 40 Euro, daher wollte ich ungern einfach „blind“ bestellen. Doch manchmal hat man dann als Bloggerin einfach Glück und ein passendes PR-Sample flattert ins Haus 🙂

Wie funktioniert ein Periodenslip?

Pourprées Periodenslips öko fair Plussize
Periodenslips von Pourprèes: oben Paeonia, unten Cattleya | Foto: PR

Ein Periodenslip unterscheidet sich optisch nicht von deinen regulären Unterbuxen. Egal, ob schwarze Spitze oder hautfarbene Baumwolle dein Ding sind, inzwischen gibt es eine Vielzahl wunderhübscher Modelle zur Auswahl. Das Geheimnis liegt im Schritt, der in mehreren Schichten gearbeitet ist. Die erste Schicht – von innen aus gesehen – absorbiert das Blut und sorgt für ein trockenes Tragegefühl. Die mittlere Schicht saugt das Blut auf und verhindert die Geruchsbildung. Die letzte, also äußerste Schicht ist feuchtigkeitsundurchlässig und schützt das Blut vor dem Auslaufen. Ein Slip kann, je nach Modell, ca. die Menge von drei Tampons aufnehmen und somit je nach Menstruationsstärke problemlos den ganzen Tag getragen werden.

Öko, fair & spitze: „Cattleya“ von Pourprées

Hier seht ihr meinen liebsten Periodenslip: das High Waist-Modell „Cattleya“ mit französischer Spitze. Er wird komplett fair in der Nähe von Paris gefertigt und die Philosophie hinter dem französischen Label Pourprées begeistert mich! Gegründet wurde das Label von zwei Schwestern, die eine schöne und ökologische Alternative zu herkömmlichen Periodenprodukten bieten wollten. Das i-Tüpfelchen ist nicht nur die regionale Fertigung oder die hochwertige und typisch französisch-elegante Optik, sondern auch die Inklusion der Unterwäscheherstellerinnen. Die Slips, von denen einer schöner als der andere ist, gibt es in Größe 30-56 zu kaufen! Gerade im Bereich Fair Fashion ist das ein absolutes Novum, denn oft kalkulieren gerade kleine Labels nur aus Effiziensgründen nur mit den Normgrößen S-L.

„Cattleya“ besteht aus GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle und wunderschön besticktem französischen Tüll. Keine*r käme auf die Idee, es würde sich hierbei nicht um tolle Dessous handeln, sondern um ein Periodenprodukt! Der absorbierende mittlere Teil besteht aus einer Mischung aus Viskose aus Eukalyptus-Fasern und Polyester. Ich mag besonders den High Waist-Schnitt gerne: so drückt keine unangenehme Naht zusätzlich auf den Unterleib und man fühlt sich einfach gut angezogen 🙂
Ich trage meine Slips sowohl tagsüber, noch mehr liebe ich sie aber nachts. Wer selbst eher zu starken Blutungen neigt, weiß, dass es allein mit einem Tampon nicht getan ist: zusätzlich ein Pourprèes-Slip und man kann nachts wirklich beruhigt schlafen – auch auf weißen Laken 😉

Periodenslip „Cattleya“ in verschiedenen Größen | Foto: PR

Inklusiv zeigt sich auch die Marketing-Gestaltung von Pourprèes und zeigt die Modelle an vielfäligen Größen und Hautfarben. Alle Fotos sind zudem unretuschiert und zeugen davon, dass Empowerment beiden Gründerinnen ein wirkliches Herzensanliegen ist. Ich bin total begeistert von der Brand und meinem Slip und empfehle sie euch sehr gern weiter! Das gezeigte High Waist-Modell kostet 44€, weitere Slip-Modelle 34€ und ich denke, das ist wirklich gut und langfristig investiertes Geld. Mit dem Code „50percentgreen“ könnt ihr zudem bis Ende August den Versand sparen 🙂
Ich habe inzwischen vier Slips, die ich in Rotation trage. Einer mehr und ein Waschgang, und ich bin wunschlos glücklich 😉

Vegan oder plastikfrei, das ist hier die Frage: der Periodenschwamm

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Ich weiß, dass viele von euch Menstruationstassen als Zerowaste-Alternative lieben. Auch ich hab’s damit schon mehr als einmal probiert, komme damit aber nicht so gut zurecht. Meine Alternative zu Tampons heißt daher: Menstruationsschwamm! Ein plastik- und schadstofffreies Naturprodukt, welches auch schon von unseren Vorfahren benutzt wurde, eine Zeit lang in Vergessenheit geriet, und inzwischen wieder verbreiteter anzutreffen ist.
Auch hier gibt es verschiedene Größen, analog zu Tampons richten sich diese nach der Heftigkeit der Blutung. Ich habe verschiedene Größen, die ich abhängig vom Zyklus-Tag variiere. Der Naturschwamm passt sich der individuellen Anatomie an und sorgt für einen angenehmen Schutz, ohne die Schleimhäute auszutrocknen. Meine Schwämme sind von Marie Natur. Sie werden nicht (wie andere erhältliche Naturschwämme) in Säure gebleicht, sondern nach der Ernte mehrfach mit Wasser gespült, gewaschen und anschließend sehr schonend in Soda gereinigt. Deshalb enthalten sie keine chemischen oder reizenden Rückstände.
Nach der Nutzung werden die Schwämmchen unter kaltem Wasser ausgespült. Man sollte daher keine Berührungsangst mit dem eigenen Blut haben. Ist der Zyklus zu Ende, lasse ich die Schwämmchen eine Nacht in einer keimtötenden Mischung aus Wasser und Essig, alternativ Wasser mit einigen Tropfen desinifzierenden Teebaumöl, liegen. Noch einmal ausgespült und getrocknet warten sie dann auf ihren erneuten Einsatz.
Schwämme nutze ich inzwischen schon seit ca. eineinhalb Jahren und kaufe nach einem Jahr neue. Wer sich Sorgen wegen der Ernte der Schwämme macht, Stichwort Korallensterben: die Menstruationsschwämmchen von Marie Natur werden von einem Familienunternehmen an der levantinischen Küste in Griechenland geerntet und wachsen unmittelbar nach. Schon seit vielen Generationen wird hier auf bewährte traditionelle und nachhaltige Weise per Hand geerntet. Da es sich bei den Schwämmen aber streng genommen, ähnlich wie bei Pilzen, um einen lebenden Organismus handelt, stellt sich hier gegebenenfalls eine Gewissensfrage für Veganer*innen.

Kleine Helfer gegen Krämpfe: ätherische Öle, CBD und Mönchspfeffer

Zero Waste Menstruation nachhaltig Periode Periodenunterwäsche Periodenslip
Rot statt Schwarz: Periodenslip von Kora Mikino

Seitdem ich Periodenschwamm und -unterwäsche nutze, sind meine doch recht starken Regelschmerzen etwas milder geworden. Zudem fühle ich mich einfach wohler, wenn ich meine Tage habe. Dennoch will ich euch einige weitere kleine Helferchen vorstellen. Bitte beachtet, dass es sich hier, wie auch schon bei den anderen vorgestellten Produkten, um meine ganz persönlichen Erfahrungen handelt. Ich bin keine Medizinerin.

Ölmischungen von Paopao

Ein weiteres frauengeführtes Unternehmen, welches sich ganz der Menstruation verschrieben hat, ist paopao essentials. Die beiden Gründerinnen Sina und Judith hatten selbst mit einer Vielzahl an hormonell bedingten Problemen zu kämpfen. Von unreiner Haut über Stimmungsschwankungen bis hin zum Haarausfall… dagegen musste doch etwas zu tun sein! Was zunächst für die eigenen Bedürfnisse recherchiert und angerührt würde, ist inzwischen ein spannendes Start Up mit Hautpflege-Produkten in Naturkosmetik-Qualität und Roll Ons mit ätherischen Ölen.
Ich habe mich in der Vergangenheit auch schon mit Aromatherapie beschäftigt und bin überzeugt davon, dass Öle eine Wirksamkeit auf unseren Körper und Geist haben. Meine ganz persönliche Meinung zu dem Thema ist die, dass hier auch der Placebo-Effekt eine Rolle spielt, aber wie heißt es so schön: Glaube versetzt Berge. Und ich sehe, dass es bei mir eine Wirkung hat. Und selbst wenn diese eingebildet ist, ändert das ja nichts. Schmerz entsteht ebenfalls im Gehirn 🙂 Und ich denke, dass jede, die regelmäßig Regelschmerzen ausgesetzt ist, alles versucht, um sich diese Tage im Monat so angenehm wie nur möglich zu gestalten. Wusstet ihr übrigens, dass es einen sogenannten Mittelschmerz zwischen den Perioden gibt? Der ist fast genauso ätzend und hurra, ich weiß das seit einigen Monaten aus Erfahrung 😀

paopao jedenfalls bietet drei gebrauchsfertige Mischungen ätherischer Öle an, um mit verschiedenen Zyklusproblematiken klar zu kommen. Alle drei bestehen aus einer Basis von Jojobaöl und naturreinen ätehrischen Ölen. Der „Lustropfen“ heizt mit einer Mischung aus schwarzem Pfeffer, Ingwer, Ylang Ylang und Jasmin ein und hilft bei Libidoverlust. Der „Stimmungsmacher“ sorgt bei emotionalen Achterbahnfahrten mit Muskatellersalbei, Lavendel und Urzitrone für ein bisschen mehr Erdung, beruhigt und erhellt die Stimung. Mein absoluter Favorit ist allerdings die „Krampfansage“. Aufgetragen auf den Unterleib sowie die Handgelenksinnenseiten wirken Muskatellersalbei, Lavendel, Rosengeranie und Ylang Ylang entkrampfend, beruhigend und wohltuend. Statt an extremen Tagen zu Schmerzmitteln zu greifen, greife ich zum Roll On und allein schon deswegen hat es sich für mich total gelohnt, Aromatherapie gegen Menstruationsbeschwerden einmal auszuprobieren.

Meine persönliche Erfahrung mit CBD-Tropfen und Mönchspfeffer

Über Hanf in der Hautpflege habe ich bereits ausführlich berichtet. Doch auch eingenommen ist CBD eines DER aktuellen Trendthemen in der Wirkstoff-Ecke. Und gegen was es nicht alles helfen soll! CBD soll beruhigen und gegen psychische Schwankungen ebenso helfen wie gegen körperliche Beschwerden. Ich persönlich kann das leider nicht bestätigen. Ich merke hier keinen spürbaren positiven Effekt, habe aber auch nicht mit verschiedenen Dosen experimentiert. Zudem ist CBD-Öl auch gar nicht so günstig und kann nicht akut genommen werden, sondern muss sich quasi im Körper „anreichern“. Daher müsste man es dauerhaft nehmen, um merklich etwas zu spüren. Habt ihr Erfahrungen damit?
Was sich hingegen bei mir positiv bemerkbar macht, ist Mönchspfeffer. Hierzu gibt es wie bei CBD keine Langzeitstudien und auch die Wirkung bei PMS ist nicht ausreichend erforscht. Man vermutet aber, dass es gegen Brustschmerz hilft. Ich habe ca. eine Woche vor dem Eintreten der Blutung unheimlich empfindliche Brüste – und bin unheimlich genervt davon. Die Einnahme von Mönchspeffer hilft mir dabei, den Schmerz etwas abzumildern. Vollständig verschwindet er jedoch nicht. Dazu müsste man das Präparat ähnlich wie CBD dauerhaft einnehmen, ich nehme es jedoch akut ein. Auch wer seine Tage unregelmäßig bekommt, kann es sich anschauen, dem Mönchspfeffer wird nachgesagt, dass er dabei helfen kann, den Zyklus einzupendeln.

4 Comments

  1. Katharina Gelhard 24. August 2020 at 20:36

    Ich bin auf Menstruationstasse umgestiegen aber so ein Periodenslip wäre definitiv auch was für mich 😍

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  2. Sabrina Sindram 25. August 2020 at 13:49

    Danke für den tollen Bericht mit den vielen Tipps 👍. Seit ich Blutverdünner nehmen muss, habe ich noch keine zufriedenstellende Lösung gefunden. Der Slip wäre mein nächster Versuch.

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  3. Anna Lena 25. August 2020 at 17:02

    Hallo, ich besitze schon einen Periodenslip von einer anderen Firma und bin leider nicht so zufrieden.. Fühlt sich eher wie eine Windel an :/ Pourprèes hört sich gut an und würde ich definitiv ausprobieren wollen. Auch den Periodenschwamm finde ich interessant, bekommt man den leicht wieder raus? Mit der Tasse hatte ich so meine Probleme :/

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  4. Judith 23. September 2020 at 17:40

    Vielen Dank für den informativen Bericht. Ich habe leider nicht so gute Erfahrungen gemacht mit einem Modell aus der Drogerie. Nicht nur war die Größe gleich 2 Nummern zu klein. Die Menstruationswäsche funktionierte tatsächlich nur beim ersten Tragen. Danach waren die Seiten im Schritt undicht. Ärgerlich. Wie ist das denn mit den Größen bei Pourprèes?

    Viele Grüße von Judith

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