In diesem Beitrag möchte ich einer Pflanze einen Platz widmen, die in vielen Gärten zu finden ist. Viele wissen es nur nicht. Gerne wird diese Pflanze übersehen oder darauf beschränkt, „Katzencrack“ zu sein. Die Rede ist von der Katzenminze. Wusstet ihr, dass sie auch für uns Menschen etwas tun kann und aus vielerlei Hinsicht jeden Kräutergarten aufwertet? Nein? Dann lest unbedingt weiter, denn hier wird die Katzenminze euch genauer vorgestellt.

Kräuter für Katzen auf dem Balkon ziehen & Katzenminze-Sorten
Die Miez inmitten von Katzengras & 0815-Katzenminze aus dem Gartencenter – exotischere Sorten erhält man online

Die Katzenminze – Allgemeines

Die Katzenminze gehört meiner Ansicht nach in jeden Garten. Denn die meisten Arten sind sehr genügsam und zäh, gut zu pflegen und winterhart. Sie verzeiht einem auch, wenn man sie nicht regelmäßig gießt und man muss sie nur zuschneiden, wenn man das Aufblühen, vor allem mehrmals, unterstützen möchte. Trockene, eher schwer zu bepflanzende Stellen im Garten können gut mit ihr besiedelt werden. Dazugesetzt zu Rosen schützt sie diese vor Schädlingsbefall, was auch allgemein für Blumenbeete gilt. Zusätzlich lieben Bienen und Hummeln diese Pflanze. Sie blüht oft viele Wochen und wer sie wie gesagt richtig zuschneidet, kann mit etwas Glück auch im Herbst nochmal blühende Katzenminze vorfinden. Somit haben nicht nur Katzen, sondern auch Insekten große Freude daran. Die Katzenminze gehört zu den Lippenblütler, die wichtige Pflanzen für die Insektenwelt darstellen. Wer also einen bienenfreundlichen Garten oder Balkon haben möchte, sollte die Katzenminze fest miteinplanen. Übrigens gibt es nicht „die Katzenminze“, denn es gibt ungefähr 250 Arten! Diese unterscheiden sich mitunter sehr. Manche davon sind winterfest, andere überstehen kein Jahr, andere sind wunderschön anzusehen, andere eher schlicht. Die Blätter sind sehr aromatisch und manchmal sogar von feinen Flaum überzogen. Einige Vertreter bevorzugen kalte und feuchte Plätze, andere brauchen ein heißes Klima. Und auch die Wirkung auf Katzen kann je nach Gattung sehr verschieden sein. Es gibt sogar Katzenminzesorten, die Katzen eher abschrecken. Hättet ihr das gedacht?

Katzen und Catnip

Kräuter für Katzen auf dem Balkon ziehen & Katzenminze-Sorten
Mia kennt keine Zurückhaltung bei Katzenminze

Wenn ihr eure Miezen beglücken 😀 wollt, solltet ihr auf jeden Fall einen genaueren Blick darauf werfen, um welche Art Katzenminze es sich handelt. Die Wirkung auf Katzen kann je nach Sorte unterschiedlich sein. Leider sprechen viele Hersteller nur von „Katzenminze“ oder „Catnip“ in die Angaben. Im Kleingedruckten findet sich aber oft eine genauere Angabe. Ihr könnt qualitativ hochwertige Katzenminze über Onlineshops bestellen, die auf Kräuter und Pflanzen allgemein spezialisiert sind. Oder ihr fragt bei der nächsten Gärtnerei nach. Spezialisierte Geschäfte verkaufen auch die Samen der Katzenminze oder ganze Pflanzen. Manchmal findet aber ein Stubentiger so überhaupt nichts an dem Gewächs und dann ist es einfach eine persönliche Veranlagungssache. Wissenschaftler gehen davon aus, dass dies auch genetisch bedingt sein kann. Ich kann dies bestätigen. Für meine Katzen ist Catnip „nice to have“, aber sie flippen nicht total aus deswegen und kommen gut damit klar, dass es sowas nur ab und zu bei uns gibt. Dann kenne ich wiederum Katzen, die sogar eine Zerstörungswut entwickeln, um an die weggesperrte Katzenminze zu kommen und total neben sich stehen. Meine Katzen bevorzugen tatsächlich Baldrian, was wiederum für andere Artgenossen kaum interessant ist.

Diese Sorten machen Katzen glücklich, Yay!

Zuerst ist wichtig zu wissen, dass auch hier die Geschmäcker verschieden sind und was die eine Katze an Catnip bevorzugt, muss nicht für die andere gelten.

Die Echte Katzenminze ist aber häufig ein beliebter Dauerrenner bei vielen Katzen. Ja, die Sorte heißt tatsächlich so, es handelt sich hier nicht um die plakative Ausschmückung, dass es „echte“ Katzenminze ist. 😉 . Weitere Sorten, die bei Katzen gut ankommen können, wären die Kleine Katzenminze, die Kaschmirminze (andere Bezeichnungen für diese Sorte sind auch Pink Cat oder Blue Cat), die Weißblühende Katzenminze, Pannonische Katzenminze und die Superba. Die Sorte Dropmore ist unbekannter, da sie noch neu ist, aber sie ist nicht nur sehr katzenfreundlich, sondern auch beliebt bei Bienen und Hummeln. Wer also gezielt nicht nur seiner Katze, sondern auch Insekten etwas Gutes tun will, sollte einer Dropmore-Katzenminze einen Platz im Garten oder auf dem Balkon sichern. Zusätzlich gilt diese Sorte als besonders anfängerfreundlich und ist bekannt dafür, besonders geeignet dafür zu sein, Rosen oder empfindlichere Blumen vor Schädlingsbefall zu schützen, wenn man sie dazusetzt. Auch die Dawn to Dusk wird von Katzen wie Insekten geliebt und hat einen sehr intensiven Duft. Die Six Hills Giant wird von Gärtnern sehr geschätzt, weil Schnecken tatsächlich vom Duft dieser Sorte abgestoßen werden. Gleichzeitig ist die Six Hills Giant aber ein Magnet für Bienen und Hummeln (und mitunter für Katzen, weswegen sie hier in dieser Aufzählung erscheint).

Diese Sorten mögen Katzen nicht, Nay!

Obwohl man es vielleicht gar nicht in Betracht zieht, es gibt Katzenminzearten, die unsere Stubentiger abschrecken. Dies könnt ihr ganz leicht selbst überprüfen, auch ohne tiefgehend botanische Fachkenntnisse. Riecht an den Blättern der Pflanze und verreibt sie zwischen euren Fingern, wenn der Geruch nicht eindeutig genug ist für euch. Riecht die Pflanze nach Zitrone oder hat Zitrusnoten in ihrem Duft, solltet ihr diese Pflanzen für eure Katzen meiden. Je nach Ausprägung kann die Abneigung soweit gehen, dass Katzen bewusst Plätze meiden, an denen diese Pflanzen stehen. Dem entsprechend wird die Reaktion auch eher angewidert als begeistert ausfallen, wenn ihr ihnen davon etwas zur Bespaßung vorsetzt :D. Konkrete Sorten, die Katzen nicht mögen wären die Zitronige Katzenminze, Japanische Katzenminze, Altai Katzenminze, Traubige Katzenminze, Weiße Melisse oder die Odeur Citron. Ich denke, dass wegen dieser Sorten sich immer noch hartnäckig der Irrglaube bei einigen Leuten hält, dass ausgerechnet die Katzenminze ganz allgemein Katzen zuverlässig aus den Gärten vertreiben und komplett fernhalten kann. Sogar ein Gärtner hat mir mal erzählt, dass regelmäßig Kunden eine Katzenminzepflanze bei ihm kaufen wollen, um „Katzen aus ihren Gärten zu verscheuchen“. Es gibt die sog. „Verpiss-dich-Pflanze“, die Plectranthus caninus, die zur Gattung der Harfensträucher gehört und eine abschreckende Wirkung auf Hunde, Katzen, Marder und Kaninchen haben soll. Das ist aber nicht zu 100% zuverlässig und es gibt mehr als nur einen Fall, bei dem trotz Verpiss-dich-Pflanze weiterhin fröhlich Katzen durch den Garten marschiert sind.

Heilkräfte für Mensch & Tier


Auch für Menschen kann Katzenminze einen Mehrwert haben und für die Tiermedizin sind ihre Eigenschaften ebenfalls oft interessant. So hilft die Katzenminze gegen Husten, Magenprobleme, Sodbrennen, Nervosität, Schlaflosigkeit und sie zeichnet auch eine schmerzstillende, entkrampfende, verdauungsfördernde und wundheilende Funktion aus. Studien aus den 70er Jahren belegen, dass die Katzenminze eine beruhigende Wirkung haben kann und den Appetit anregt. Traditionell wird sie auch schon lange als natürlicher Fiebersenker eingesetzt.

Man kann die Katzenminze äußerlich z. B. als Umschlag anwenden oder sich einen Tee aus ihr kochen. Besonders die Weiße Melisse Katzenminze eignet sich ideal für einen Tee und ist in Kräuter- und Apothekergärten sehr beliebt. Durch ihr Zitrusaroma ist sie für uns Menschen schmackhaft, für Katzen hingegen nicht.  Die Kaschmirminze ist ebenfalls eine wertvolle Nutzpflanze, was ihre Heilkräfte angeht (und zählt wieder zu den Arten, die Katzen mögen).

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