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Hintergründe verstehen mit dem Atlas der Globalisierung

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Heute gibt es ein kleines Review der etwas anderen Art: ich möchte euch den „Atlas der Globalisierung – Welt in Bewegung“ vorstellen, der 2019 in der vierten aktualisierten Ausgabe erschienen ist. Herausgegegeben wird er von LE MONDE diplomatique, einer in Frankreich und mehreren anderen Ländern erscheinende Monatszeitung Le Monde, die sich ausführlichen Analysen und Kommentaren zur internationalen Politik und zu kulturellen Themen widmet.

Wie ich dazu komme? Neulich habe ich es schon kurz auf Instagram angeschnitten:

Ich bin ehrlich: Kosmetik ist generell ein dankbares Thema. Und so viel einfacher als Nachhaltigkeit. Ein kurzes Produktreview ist schneller geschrieben als ein ausführlich recherchierter Artikel. Für mich gehören die beiden Themen aber untrennbar zusammen – denn es macht keinen Sinn, Produkte, Firmen & einen Lifestyle zu zeigen und zu befeuern, der weder Mensch noch Tier noch Natur gut tut. Nachdem sich das für mich immer klarer herauskristallisierte, begann ich zu lesen und zu lernen:
Welche INCI-Bezeichnung steht für welchen Inhaltsstoff, und was kann er? Wie schlimm ist Mikroplastik, Silikonöl oder Aluminium? Ist Palmöl in Produkten ok & wann macht eine Verpackung aus Kunststoff vielleicht doch Sinn?
Je mehr man sich informiert, desto mehr driftet man schließlich vom einen ins andere und landet am Ende bei der Politik – von einem Lippenstift ausgehend. Diese Zusammenhänge interessieren mich zunehmend und zumindest im Subtext versuche ich, sie weiterzutragen.

Genau hier setzt auch das Thema der Globalisierung an, die mit unserem Konsum und der Herstellung unserer Produkte untrennbar verbunden ist. Nachhaltigkeit vs. Klima vs. Kapitalismus – letzten Endes hängt das alles zusammen.

Wird der globale Kapitalismus demnächst aus Peking gesteuert? Wo wachsen die meisten Tomaten? Steht Rotterdam in 70 Jahren unter Wasser? Und was hat Rheinmetall eigentlich in Südafrika verloren?
Diesen und vielen anderen Fragen geht der neue Atlas der Globalisierung »Welt in Bewegung« von Le Monde diplomatique in seiner einmaligen Kombination aus engagierter Kartografie und Expertenbeiträgen auf 180 Seiten und über 300 Karten und Grafiken nach.

Je mehr ich lese und mich zu informieren versuche, desto mehr bekomme ich den Eindruck, dass ich eigentlich gar nichts weiß. Das „bigger picture“ zu erfassen, ist gar nicht so leicht, Fake News und endlose Quellenchecks erschweren das Ganze zusätzlich. Und genau hier setzt der „Atlas der Globalisierung“ für mich an: auf jeweils zwei, maximal vier Seiten werden verschiedenste Themen rund um den Globus von verschiedenen Autoren beleuchtet. Dabei ist die Sprache durchweg leicht zu lesen und nicht zu fachspezifisch und zahlreiche Infografiken erleichtern das Verständnis.
Gegliedert ist der Atlas in sieben Teilbereiche:

I. Klimakrise und Welternährung

Über schwindende Eisberge, wachsende Plastikberge und über das, was wir künftig noch essen können werden. Sehr spannend ist auch der Artikel zum „Klimakiller Internet“, einer meiner Meinung nach derzeit noch unterschätzten Gefahr. Vielen Menschen ist noch nicht hinreichend bewusst, wie ressourcenintensiv die Nutzung von Streaming, Clouddiensten & Co wirklich ist, da es sich hierbei nicht um reel greifbaren Konsum handelt.
Besonders interessiert habe ich auch das Kapitel über die Verbreitung und Auswirkungen von Klimaanlagen gelesen. In den letzten Wochen hatte es in Augsburg zwischen 28 und 33 Grad, und das nicht nur draußen, sondern auch im Büro. Wie sehr habe ich mich nach einer Klimaanlage gesehnt – auch wenn ich weiß, dass das ökologisch eine Katastrophe ist, die im Endeffekt den Klimawandel und somit die Temperaturen nur noch weiter befeuert. In den USA sind bereits 97% der Haushalte klimatisiert – was auch für den immensen ökologischen Fußabdruck der Staaten mit verantwortlich ist. Aber wenn es temperaturtechnisch so weitergeht, wird Deutschland nach und nach sicherlich nachziehen – denn bei über 27 Grad sinkt die Leistungsfähigkeit eines Menschen nachweislich… mehr zum Thema „Kalte Luft“ könnt ihr hier via Kapitel-Download nachlesen.

II. Die demografische Herausforderung

Vom langen Leben – und einer potentiellen KI-Lösung des Pflegenotstandes. Von einer alternden Gesellschaft und der Frage des Nachwuchses.

III. Der real existierende Kapitalismus

Tourismus, Freihandel, Börsen und der Kampf der Tech-Giganten.

IV. Ungelöste Konflikte

China, Russland, der nahe Osten – und auch das Internet: ein Blick auf die Konfliktzonen der Welt.

V. Flucht und Migration

Wege der Ein- und Auswanderung: europa- und weltweit

VI. Die Zukunft der Zivilgesellschaft

Von der Rolle der Frau in der Politik und im Islam über die Bedrohung der Pressefreiheit und den gefährlichen Wandel zum gläsernen Menschen.

VII. Demokratie in Gefahr

Es ist nicht einfach aktuell – nirgendwo.

Ich besitze bereits die 2015-er Ausgabe des Atlas und war schon damals sehr angetan von dem kompakten Konzept, das komplizierte Zusammenhänge leicht zugänglich aufbereitet. Der Anteil der digitalen Themen hat 2019 stark angezogen. Immer mehr Teilbereiche unseres Lebens unterliegen nicht nur der Globalisierung, sondern auch der damit einhergehenden Digitalisierung. Das kann eine Chance sein oder auch eine Gefahr, und genau wie auch bei Thema Konsum – was kaufe ich, wen unterstütze ich damit, wo kommen die Rohstoffe her und wie & wo werden sie verarbeitet – und dem noch wichtigeren Thema der Demokratie ist es von absoluter Notwendigkeit, informiert zu sein. Nur so ist es möglich, die weitreichenden Konsequenzen der eigenen Entscheidungen wenigstens ein bisschen nachvollziehen zu können.

Erwerben könnt ihr den Atlas in gut sortierten Bahnhofsbuchhandlungen oder im Online-Shop der taz für 18 Euro. Die sind wirklich gut angelegt – dieser Beitrag ist zwar gesponsort, ich hätte euch den Atlas aber defintiv auch unabhängig davon empfohlen. Wir wollen hier langfristig ein wenig politischer werden und ich denke, dieser Post bietet einen guten, kleinen Einstieg.

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