Naturkosmetik

Henna-Haare | schonend und natürlich färben

radico
Ich färbe mir, inzwischen schon seit Jahren, die Haare rot. Von Natur aus bin ich aschbraun, eine Farbe, die ich in Kombination zu meinem sehr hellen Teint ziemlich langweilig finde. Angefangen habe ich die Färberei mit konventioneller Chemiepampe, bei deren Auftrag man regelmäßig Schnappatmung kriegt. Nicht weiter verwunderlich also, dass einer meiner ersten Versuche, auf Naturkosmetik umzusteigen, die Haarfarbe war. Henna schien mir eine gute Lösung zu sein – hier musste man nur aufpassen, nicht allzu karottig zu werden, denn das hätte zum Teint wieder nicht gepasst 😉

Was ist Henna und wie funktioniert’s?

Henna ist ein Pulver aus den gemahlenen Blättern des Hennastrauches. Je nach Qualität des Hennapulvers sowie Art und Weise der Anwendung variiert der Farbton zwischen hellem Orange und dunklem Mahagonirotbraun. Zum Färben mischt man das Pulver mit einer Flüssigkeit nach Wahl, bis eine verteilfähige Pampe entsteht. Durch die zugegebene Flüssigkeit kann man das Farbergebnis auch ein wenig in seiner Intensität beeinflussen, indem man statt Wasser Rotwein oder schwarzen Tee benutzt. Für passionierte Henna-Fans ist das Ganze eine wahre Wissenschaft, die durch viele Faktoren beeinflusst werden kann. Für mich muss es – wie immer – unkomplizert funktionieren. 😉
Dem Pulver werden auch pflegende Eigenschaften fürs Haar nachgesagt – ich muss sagen, ich empfinde Henna eher als austrocknend und schwer auszuspülen, weswegen ich direkt in meine Mixtur gerne ein paar Spritzer Conditioner gebe. Auch die Einwirkzeit spielt eine Rolle – 3 bis 4 Stunden sind das Minimum, ganz Mutige lassen die Pampe auch über Nacht auf dem Kopf.

 

Henna-Pulver | angerührte Pampe

Henna-Pulver       |       angerührte Pampe

 

Das Henna-Pulver gibts von verschiedenen Marken und in diversen, vorgegebenen „Farben“. Sante und Logona sind die bekanntesten Vertreter, in manchen Läden findet man auch indisches Henna. Probiert habe ich davon einige, es war aber immer eher ein „Überraschungsergebnis“, was genau am Ende dabei rauskommt. Vor ungefähr zwei Jahren gab es dann eine neue Marke auf dem Markt: Radico. Diese hatte ein relativ breites Farbspektrum von 10 Farben (inzwischen sind es stolze 23!) und warb mit einigen Punkten,  die sehr für sich sprachen, denn: natürlich gibt es auch bei Henna ein paar Sachen, die mich nerven. Die Farbe muss teilweise stundenlang einwirken und beginnt dann auch zu bröseln und zu bröckeln, die Dusche kann man nach dem Ausspülen erstmal grundreinigen, das Auswaschen dauert sehr lang und geht bei mir nur unter der Zugabe einer Spülung rückstandslos und zuletzt: der Geruch. Klar, wir brauchen nicht drüber streiten, dass chemische Haarfarben viel viel schlimmer riechen, aber auch den Kräuer-Heu-Geruch von Henna, der bei mir sicher noch 3-4 Tage in den Haaren verbleibt, mag ich gar nicht. Falls es also eine organische Haarfarbe gibt, die ohne diese Punkte auskommt, wäre ich begeistert 😉

„Mahogany“ und „Burgund“ von Radico

Seitdem ich die angepriesene Farbe von Radico getestet hatte, blieb ich auch dabei, denn alle Punkte wurden erfüllt. Auch meine Mutter habe ich schon angesteckt, die bisher immer konventionell beim Frisör färben ließ! Natürliche Ergebnisse und unstrapazierte Haare sprechen einfach absolut für PHFs ( =Pflanzenhaarfarbe), und mit „Mahogany“ habe ich meine Farbe gefunden. Kleine Ausbrecher gab es ein oder zwei Mal, in Richtung „Burgunder“ (Mahagoni war halt ausverkauft 😀 ) und „Erdbeerblond“ (ja, eigentlich weiß ich, dass ich zu dunkel für blond bin, aber hätte ja sein können… 😉 ).

Enthalten sind in einer Packung  100 Gramm Pulver, Haube, Handschuhe und ein Pinselchen sowie die obligatorische Anleitung.

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Ich habe noch einen kleinen Rest „Mahogany“ vom letzten Färben über, frisch bestellt habe ich „Burgunder“, denn Mahagoni ist leider seit Wochen überall ausverkauft. Ganz nach Anleitung rührte ich die Farbe an – für meine Haarlänge habe ich den kleinen Rest sowie die Hälfte des Packungsinhaltes benutzt. Angerührt habe ich mit Schwarztee und Spülung und habe die Farbe ungefähr eine Stunde ziehen lassen. Auch hier kann man zur Farbintensität die Zeit erhöhen.

 

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Das Auswaschen ist der erste Härtetest. Bei anderen Henna-Marken hat man am Ende einen recht harten „Helm“ aus verklumpten Stückchen auf dem Kopf und muss erstmal einweichen, ausspülen, die Dusche in einen Saustall verwandeln und im Anschluss erstmal putzen 😉 Bei Radico geht das auswaschen schneller,vermutlich, weil das Pulver feiner gemahlen ist. Dadurch fließt es auch besser ab und hat in puncto Anwendung schonmal einen klaren Vorsprung vor andern PHFs.

 

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Hier seht ihr links die Farbe vorher, mittig meinen rausgewachsenen Ansatz und rechts das Ergebnis danach. Ich bin wirklich äußerst schlecht im Haarbilder machen. Ein ordentliches Nachher-Bild lade ich in einigen Tagen noch nachträglich hoch, da die Farbe auch noch ein wenig nachdunkeln wird.
Der Ansatz entspricht meiner Naturhaarfarbe, die Längen sind „Mahagoni“ pur von Radico. Jetzt im Winter darfs gerne auch ein wenig dunkler werden. Die Einwirkzeit betrug eine Stunde, um euch zu zeigen, dass es bei dieser Farbe wirklich deutlich schneller geht und auch, weil Burgunder von Haus aus einen Tick dunkler färbt als mein All-Time-Favourit Mahogoni. Das Ergebnis: ein natürliches Rot-Braun mit leicht violetten Reflexen, der Ansatz ist weg. Henna erzielt dadurch, dass jedes Haar die Farbe unterschiedlich aufnimmt, eine natürliche Varianz und sieht daher nicht so künstlich aus wie chemische Farbe. Beachten muss man außerdem, dass bereits gefärbte Partien die Farbe besser aufnehmen als der Ansatz, daher wirkt die Farbe auch in den Längen intensiver – den Ansatz färbe ich wohl nochmal nach.

Fazit

Alles in allem gefällt mir meine Burgund-Mischung sehr gut, wirkt fast so natürlich wie meine Naturhaarfarbe und Radico ist für mich die beste Henna-Marke. Die meisten anderen Marken hatten doch zuviel Rot- bzw Orange-Anteil, um mit meinen dunklen Augenbrauen zu harmonieren.

Nach dem Auswaschen sind meine Haare wunderbar gepflegt und riechen nicht tagelang nach Heu – sondern nur ca. die nächsten 2 Wäschen. Kürzer also als bei anderen PHFs – dieser Punkt wurde auch erfüllt.
Alles in allem – durch die Zeitersparnis (man hätte das Ergebnis durch längere Einwirk- und eben auch Ziehzeit sicher noch intensivieren können) und den schwächer vorhandenen PHF-Geruch – meine bisher liebste Hennavariante, die ich gerne weiterempfehle!

Beziehen kann man die Radico-Farben zum Beispiel über Amarantus Lounge,  Najoba und Wolkenseifen, 100 Gramm kosten ca. 11 €.

Haare färben ohne Chemie ist zumindest bei Braun-, Rot- und Violett-Tönen sowie schwarz also gar kein Act und sehr zu empfehlen, da ich die Farbe auch immer als viel natürlicher und schmeichelnder empfinde als bei konventionellen Produkten. Radico überzeugt hier und von mir gibts eine klare Kaufempfehlung!
Weitere Reviews gibt es zum Beispiel für „Wine Red“ bei Mexicolita, „Honigblond“ von Julia auf Tried it Out und „Brown“ bei Nicole von Nur mal kurz gucken.

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