Naturkosmetik

Definitv Dufte: Deocreme im Vergleich

 

Beschäftigt man sich mit Naturkosmetik und ist kein absoluter Anhänger von Sprühdeos, kommen sie einem meist früher als später unter: die Rede ist von Deocreme.

Deocreme im Test & Vergleich

 

Was ist Deocreme?

Deocreme stellt eine wunderbare Alternative zu herkömmlichen Sprühdeos dar. Die allermeisten Vertreter sind komplett naturkosmetisch, immer ohne Aluminium und sonstige schädliche Zusatzstoffe, sehr ergiebig und kommen ohne Treibgas und Alkohol aus. Auch zero-waste Fans dürfen sich freuen: bei vielen Exemplaren wird komplett auf Plastik verzichtet und stattdessen auf Glas- oder Metalltiegel zurück gegriffen.
Auch inhaltsstoff-technisch benötigt eine Deocreme im Prinzip nicht viel: ein Basisrezept, dass man sich auch selbst schnell anrühren kann, besteht rein aus Kokosöl und Natron, verfeinert mit ätherischen Duftölen nach Wahl – ein Rezept findet ihr zum Beispiel bei smarticular. Wichtig hierbei: Deocreme ist meist kein Antitranspirant. Geruchsbildung wird – je nach Wirksamkeit – vermieden, Feuchtigkeit jedoch nicht.

Doch all diese positiven Eigenschaften nützen im Endeffekt natürlich nichts, wenn das Deo nicht wirklich tut, was es soll, nämlich: die Müffelei vermeiden. Auch ich nutze seit Jahren gerne Deocremes. Ich gebe aber zu, immer noch ein konventionelles Sprühdeo auf Vorrat zu haben – denn an besonders aufregenden und schweißtreibenden Tage, an denen nichts schiefgehen darf, möchte ich auch (die bewährte) Nummer Sicher gehen.

Wie immer kommt auch hier mein Credo zu Tragen: Kosmetik muss funktionieren. Ohne Kompromisse. Und was Deo angeht, habe ich den Anspruch auf absolut zuverlässigen Müffelschutz und gerne auch die Vermeidung von allzu großen Schweißflecken.

Abgesehen davon muss auch die Handhabung komfortabel sein: Deocreme nachlegen möchte ich tagsüber in die schon feuchte Achsel nicht, ebenso muss die Konsistenz stimmen – cremig, nicht hart, nicht bröselig. Manche Cremes werden bei höheren Temperaturen flüssig, und auch die Verpackung spielt für Zero-Waste-Fans sicherlich eine Rolle: Plastik müsste nämlich nicht unbedingt sein.

Da ich sicher nicht die einzige bin, die diese oder ähnliche Anforderungen hat, vergleiche ich heute, was die Deocreme-Newcomer sowie die Alteingesessenen wirklich können, die ich gerade im Schrank habe. Reihenfolge von „alt“ nach neu 😉

 

Wolkenseifen Deo-Creme

 

Deocreme Wolkenseifen Test

Die Wolkenseifen-Deocreme seht ihr hier exemplarisch anhand von einigen Pröbchen, die ich noch hier liegen habe. Wolkenseifen war eine der ersten kleinen Manufakturen, die sich der Deocreme-Herstellung schon vor dem kleinen „Hype“, der momentan herrscht, widmeten und auch mein erster Berührungspunkt mit dieser Produktkategorie. Ziemlich schnell konnten mich die unheimlich gut duftenden, ausreichend wirkenden Cremes begeistern, treu geblieben bin ich ihnen jedoch nicht. Wieso?

Verpackung   | Plastikdose mit Alu-Deckel
Preis              | 25ml 5,50€; 50ml 7,90€
INCI                | Butyrospermum Parkii Butter, Solanum Tuberosum Starch, Sodium Bicarbonate, C.I.77947, Cocos Nucifera Oil, Vitis Vinifera (Grape) Seed Oil, Tocopherol, Parfum (Linalool, Citronellol, Geraniol, Butylphenyl, Methylpropional, Linalool, Alpha-Isomethyl Ionone, Limonene, Citral*)

Duft               | Toll. Einfach toll. Wolkenseifen hat eigene Duftlinien kreiert, die inwzischen viele Fans und Anhänger haben und auch ich benutze meine Favouriten nach wie vor – als Körperöl, Parfum und Köfperpuder. Mehr zum Sortiment könnt ihr hier erfahren und an einer kompletten Duft-Übersicht habe ich mich auch versucht 🙂

Konsistenz     | Pastös, etwas körnig, gut verteilbar. Weißelt jedoch und wird bei höheren Temperaturen flüssig. Das erschwert die Handhabung erheblich, den die Creme suppt dann wirklich herum und der Tiegel wird klebrig. Mitnehmen im Urlaub: eher ein No-Go.

Wirkung         | 4 von 5. Die Deocreme wirkt Geruchsbildung im Alltag gut entgegen, entwickelt bei mir jedoch am Ende des Tages einen leichten, „muffigen“ Eigengeruch.

Gesamteindruck

Der Preis ist in Ordnung, der Geruch wunderbar, die Wirksamkeit gut. Allerdings muss man die Deocreme immer im Wolkenseifen-Onlineshop bestellen, und für den Plastiktiegel gäbe es sicherlich schönere Alternativen. Auch die flüssige Konsistenz im Sommer sorgt für einen Stern Abzug.

 

Deo-Sticks von Schmidt’s und Ben & Anna

Die Deocreme-Sticks von Schmidt’s und von Ben & Anna kommen in ähnlichen Verpackungen und haben zum Teil auch ähnliche Düfte. Einen ersten Eindruck habe ich schon hier vermittelt und einen ausführlichen Vergleich der beiden Marken könnt ihr beim Fräulein Immergrün nachlesen.
Ein generelles Pro bei beiden: die Verpackung. Durch die Darreichung im Stick entfällt die Rührei mit dem Finger im Pott, wobei unterm Fingernagel immer etwas kleben bleibt, was ich echt hasse. Es sei denn, man nutzt einen Spatel, den ich aber permanent verschmeiße.
Ein generelles Contra: die Verpackung. Soviel Plastik! Könnte man die „Deo-Bars“ einzeln zum Einfüllen nachkaufen, sähe es wieder anders aus, aber das ist bis dao nicht geplant und somit sehr ihr hier die müll-anfälligste Form im heutigen Test.
Ich beginne hier mit meinem Favouriten, der Sorte „Rose & Vanilla“ von Schmidt’s.

Verpackung   | Plastikhülse mit Mechanismus zum Herausdrehen des Sticks – Die Cremes gibt es aber auch im Pöttchen wie bei Wolkenseifen. Geschmackssache und freie Wahl 😉
Preis              | 92 Gramm Stick/10,99€
INCI                | Maranta arundinacea (arrowroot) powder, Cocos Nucifera (coconut) Oil, Euphorbia Cerifera (candelilla) Wax, Butyrospermum parkii (shea butter), Sodium bicarbonate (baking soda), Caprylic/Capric Triglyceride (fractionated coconut oil), Simmondsia Chinensis (Jojoba) Seed Oil, Natural fragrance, Tocopherol (vitamin E)

Duft               | Der Duft von „Rose & Vanille“ ist wirklich grandios und ich bin froh, dass Schmidt’s somit neben krautigen auch eine blumige Sorte ins Sortiment geholt hat. Inzwischen gibt es auch noch eine Ananas-Cocos-Version. „Rose & Vanille“ duftet jedenfalls intensiv nach dem Duft eines Rosenöls, dass mir mein reisender Großvater einmal, als ich noch klein war, in einem kleinen Holzflakon aus Marokko mitgebracht hat… die Assoziation war sofort da 🙂 Also eine eher würzige Rose, die Vanille rieche ich nicht heraus. Der Duft ist recht intensiv und verbleibt auch deutlich auf Haut und Kleidung. Parfüm trage ich nicht, wenn ich das Deo nutze, da würden dann zwei Düfte kollidieren.

Konsistenz     | Körnig, eher hart, lässt sich durch die Körperwärme etwas erweichen. Als einzige Deocreme nicht weiß, weißelt daher nicht, färbt aber auch nicht ab.

Wirkung         | 5 von 5. Beim stärkerem Schwitzen riecht man nur doller nach Rose 😉

Gesamteindruck

Ich liebe diesen Deo-Stick. Hier stimmt – bis auf die Verpackung und die etwas körnige Konsistenz- alles. Gäbe es den Stick als Nachfüllpack und in cremiger und auch noch im stationären Handel, würde ich hier wohl treu bleiben 🙂

 

Weiter geht es mit der Variante von Ben & Anna:

Verpackung   | Plastikhülse mit Mechanismus zum Herausdrehen des Sticks
Preis              | 60 Gramm/7,99€
INCI                | Sodium Bicarbonate, Butyrospermum Parkii Butter*, Maranta Arundinacea Root Powder*, Zea Mays Starch, Cocos Nucifera Oil*, Helianthus Annuus Seed Oil*, Cetyl Alcohol, Stearyl Alcohol, Coco-Caprylate/Caprate, Helianthus Annuus Seed Cera, Ricinus Communis Seed Oil, Shorea Robusta Resin, Rhus Verniciflua Peel Cera, Caprylic/Capric Triglyceride, Limonene**, Rhus Succedanea Fruit Cera, Citrus Limon Fruit Oil, Citrus Aurantium Bergamia Fruit Oil, Citrus Reticulata Peel Oil, Tocopherol, Linalool**, Ascorbyl Palmitate, Citral**, Cymbopogon Schoenanthus Oil, Simmondsia Chinensis Seed Oil*, Geraniol**, Daucus Carota Sativa Root Extract*, Rosmarinus Officinalis Leaf Extract – hui, minimalistisch geht anders 😉

Duft               | Die Variante „Persian Lime“ ist ein angenehmer, weicher Zitrusduft, weit entfernt von jeglichen Klostein-Assoziationen.

Konsistenz     | Deutlich homogener und cremiger als bei Schmidt’s, was ich als großen Pluspunkt empfinde.

Wirkung         | 3 von 5. An manchen Tagen funktioniert es gut, an anderen frage ich mich abends, ob ich morgens das Deo vergessen habe. So sollte das ja nun eigentlich nicht sein 😉 Meine Deo-Sammlung teile ich mir deswegen je nach geplanten Tagesaktivitäten ein – Ben & Anna ist ein Kandidat für ruhige Tage. Daher für mich kein Nachkaufprodukt, denn Deo sollte eigentlich jeder Aktivität standhalten.

Gesamteindruck
Leider insgesamt kein guter Markt-Start aufgrund des starken Copycat-Charakters. Auch von der Wirkung her stößt es bei mir den Schmidt’s-Stick nicht vom Thron, auch wenn die Verpackungsgröße und -optik eine Nasenlänge vorn liegt.

 

„We love the Planet“ Deodorant

Verpackung   | Aludose
Preis              | 48Gramm/11,50€
INCI                | Cocos Nucifera Oil *, Sodium Bicarbonate, Zea Mays Starch, Cera Alba, Caprylic / Capric Triglyceride, Olea Europaea Fruit Oil, Lavandula Hybrida Oil, Linalool **, Lavandula Angustifolia Oil, Hypericum perforatum Flower Extract, Limonene **, Geraniol * *, Coumarin **
Duft               | Intensiv krautig-lavendelig. Ich als Nicht-Lavendelfan hätte mir wohl eher eine andere Sorte ausgesucht, bekam das Deo allerdings zugeschickt.

Konsistenz     | Die angenehmste Konsistenz, die mir bis zu diesem Zeitpunkt bei Deo-Creme untergekommen war. Geschmeidig, homogen, weich, aber nicht klebrig. Schon aufgrund der Farbe kann man auf den Einsatz von Bienenwachs schließen – daher ist diese Deocreme für Veganer nicht geeignet. Das Wachs sorgt jedoch für die ungemein geschmeidige Konsistenz und weißeln tut natürlich auch nix.
Wirkung         | Hier vergebe ich 3,5 von 5 Sternen. An ruhigen Tagen wirkt die Deocreme absolut zuverlässig, an anstrengenden Tagen habe ich jedoch vermehrt zu Schmidt’s gegriffen.

Gesamteindruck

Generell gefällt mir die Deocreme – Duftvorlieben mal außen vor gelassen. Allerdings muss ich sagen, dass mir die Creme wirklich deutlich zu teuer ist – auch hier im Test stellt sie den absoluten Spitzenreiter dar.

…zweite Meinung?

 

i+m berlin „Tausendschön“ Deo Creme Grapefuit

i+m berlin Tausdenschön Deocreme

Verpackung   | Glastiegel mit Alu-Deckel
Preis              | 50ml/9,90€ – gibt’s online und, großer Vorteil, in jedem dm-Drogeriemarkt
INCI                | Cocos Nucifera Oil* (Kokos*), Hydrogenated Rapeseed Oil (Raps), Prunus Amygdalus Dulcis Oil* (Mandel*), Olea Europaea Fruit Oil* (Olive*), Isoamyl Laurate, Zinc Oxide, Sodium Bicarbonate, Zinc Ricinoleate, Tapioca Starch, Caprylic / Capric Triglyceride, Cistus Grandis Peel Oil (Grapefruit), Helianthus Annuss Seed Oil (Sonnenblume), Tocopherol (Vitamin E), Polyhydroxystearic Acid, Glyceryl Caprylate, Limonene** – * kontrolliert biologischer Anbau
Duft               | Grapefruit rieche ich nicht unbeding heraus. Ein leichter, angenehm süßer, nur leicht fruchtiger Duft. Unaufdringlich und frisch!

Konsistenz     | …ich sagte ja bei der vorigen Deo-Creme, die beste Konsistenz bis dato. Das i+m Deo durfte einige Wochen später einziehen und legt nochmal ein paar Punkte drauf. Die Konsistenz ist super angenehm cremig, lässt sich absolut problemlos auftragen und weißelt überhaupt nicht. Während das Exemplar von „We love the Planet“ eher an einen Balm erinnert, ist die Variante von i+m tatsächlich eine Creme.
Wirkung         | sehr gut. Auch hier hat i+m die Nase ganz weit vorne. Bei mir wirkt „Tausendschön“ sehr gut und den ganzen Tag. 5 von 5!

Gesamteindruck

Zusammen mit Schmidt’s bildet „Tausendschön“ meine Favouriten. Mein Non-Plus-Ultra: Verpackung von Schmidt’s, Konsizen von Tausendschön irgendwie in Stick-Form gepresst und einen abgesofteten Rosenduft drauf, perfekt! 😉 Auf Instagram hat i+m schon verkündet, dass an weiteren Düften gearbeitet wird – ich bin gespannt! Ebenso gespannt bin ich, wie lange der Tiegel bei täglicher Benutztung hält und sich die Deocreme so preislich gegen konventionelle Kollegen schlägt.

…zweite Meinung?  …dritte Meinung samt DIY- und Multipurpose-Tipps?

Natürlich gibt es aber nicht für Deocreme im Naturkosmetik-Sektor, auch Sprays und Roll-Ons sind vertreten. Wer Interesse an Alternativen hat, der kann auch mal bei Karin vorbeischauen – sie hat ebenfalls etliche Deos unter die Lupe genommen, die allesamt aluminiumfrei sind.

Auch bei Kathleen gibt’s eine aktuelle Übersicht an Deocremes, teilweise überschneiden sich unsere Reviews – ich habe den Überblick aber extra noch nicht gelesen, um Beeinflussung vorzubeugen 😀

Eigentlich sollte dieser Post ja auch schon vor zwei Wochen online gehen, aber ich muss mich doch erstmal wieder ins Vollzeit-Arbeiten einfinden. Abends ist mein Energie-Level nach einem langen Tag vorm Bildschirm nicht mehr das Höchste, und noch mehr Bildschirmarbeit wirkt da irgendwie wenig verlockend 😉 – ein bisschen schade, wo ich doch das Bloggen so gerne habe. Aber das pendelt sich mit Sicherheit auch wieder ein.

 

Nutzt ihr ebenfalls Naturkosmetik-Deos oder sprüht ihr noch klassisch? Was sind eure liebsten Sorten?

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3 Comment

  1. Reply
    Marina
    21. August 2017 at 17:45

    Heij Kati, ich finde diesen Post echt gut. Ich muss zugeben, dass ich mich mit Deocremes noch nie so wirklich auseinander gesetzt habe. Dein Beitrag hat mich aber definitiv dazu gebracht, mir das ein oder andere Produkt mal genauer anzusehen. denn bei vielen herkömmlichen Sprühdeos habe ich das Gefühl, dass sie zwar gut riechen, der Schutz aber leider nicht lange bleibt.
    Liebe Grüße Marina

    1. Reply
      Kati
      21. August 2017 at 18:10

      Hey Marina,
      das freut mich, wenn ich dir so vielleicht eine Alternative vorstellen konnte 🙂 probier einfach mal aus, was für dich gut funktioniert – jeder tickt da ein bisschen anders.
      Liebe Grüße zurück 🙂

  2. Reply
    Anja
    12. Oktober 2017 at 19:13

    Danke für die Tipps, muss ich gleich schauen, ob ich eines von deinen Empfehlungen irgendwo in Österreich bekomme 🙂
    Will auch endlich umstellen… Aber ich hab einfach Angst, dass diese Art von Deos nicht hält. 😛
    Nachdem ich mittlerweile ja auf die Roller umgestiegen bin, hoffe ich mal, dass die Umstellung auf eine Creme mir nichts ausmacht.. zumindest vom Gefühl her.
    Liebe Grüße
    Anja

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